Donnerstag, 22. Mai 2008

Tipp des Tages

Wer für einen Alpinmarathon trainiert, der sollte eine Zeit auf dem Bauernhof verbringen und mit den Kühen um die Wette rennen.

Anfangs Mai habe ich mich schon gut gefühlt, als ich mit den Mesen mithalten konnte. Letzten Samstag haben wir nun die Kühe auf das Maiensäss gebracht. Das war noch ziemlich gemütlich. Zu Beginn auf jeden Fall. Einige der Damen hatten den Weg schon ein paar mal gemacht in den letzten Jahren und wussten darum schon von Beginn weg, wohin es geht. Auf dem Weg vom Stall zur Strasse sind sie auch schön brav in einer Reihe hinter Luzi hergerannt, Simona, Michael und ich hatten nicht viel zu tun.
Auf der Strasse war es dann wieder so, dass bei jeder Einfahrt jemand hinstehen musste, damit die Kühe nicht falsch abbiegen oder die Strasse verlassen. Prompt sind sie aber beim ersten Bauernhof ab und in alle Richtungen gerannt. Zum Glück konnten wir die zwei ältesten Kühe auf der Strasse halten, sie wanderten gemütlich 20 Meter weiter und begannen am Strassenrand zu fressen. Das haben die andern dann zum Glück schnell gemerkt, liessen sich zusammen- und wieder auf die Strasse treiben. Natürlich begannen sie dort auch zu fressen und schauten unschuldig drein, wie wenn sie nicht gewusst hätten, dass sie am falschen Ort durch sind...

Ein paar Meter weiter oben dann schon das nächste Hindernis: der grosse Parkplatz bei der Talstation der Sesselbahn. 11 Kühe können sich ganz schön verlieren auf so einem Platz. Das ging jedoch einigermassen gut, erst nach dem Parkplatz verstreuten sich die Kühe wieder auf der Wiese. An Durchatmen war also nicht zu denken...von da an ging es eigentlich gut, wir stiegen fast senkrecht den Berg hinauf und die Kühe konnten nicht gross nach links oder rechts ausweichen. Eine gemütliche Wanderung wars aber trotzdem nicht, denn wir wollten die Kühe möglichst zügig zum Maiensäss hochbringen, was auch durch stetes Antreiben gelang.


Gestern morgen dann waren noch die Rinder an der Reihe. Diese sind doch einiges jünger und deshalb auch ungestümer als die Kühe. Bis zur Talstation war der Weg der gleiche wie bei den Kühen. Unterschiedlich war jedoch das Tempo, bis zur Strasse hin RANNTEN die Viecher was das Zeug hält. Die sind wirklich, wirklich schnell. Ich musste schauen, dass sie nicht mit den Kühen am Wegrand in Kontakt kamen. Aber die Rinder rannten so schnell vorbei, die haben die fremden Kühe wohl gar nicht gesehen. Ich habe auf jeden Fall gedacht, ich sehe die erst am Sanktnimmerleinstag wieder. Zum Glück rannte Luzi vorne genau so schnell (eben, wie der Viktor Röthlin auf dem letzten Kilometer im Adrenalinrausch) und konnte die Tiere auf der Strasse dann bremsen. Von da weg ging es etwas gemütlicher ohne Probleme bis zum Parkplatz, ich konnte in der Steigung sogar wieder aufholen. Auf dem Parkplatz liessen wir die Rinder und uns etwas verschnaufen, die Tiere frassen schon wieder am Wegrand und waren zufrieden. Von da ging es auf einer kleinen Strasse durch ein Tobel, vorbei an Wiesen und Feldern und anderen Rindern. Diese musste ich wieder zurückhalten, damit sie unsere Rinder nicht ablenken. Ich stand also da, mit einem Stecken in der Hand, vor 7 fremden Rindern, welche mich alle neugierig anschauten. Luzi und Michael führen unsere Rinder aber sicher bis zur Weide.

Danach aber noch nicht genug, wir mussten nochmals am oberen Ende der Parzelle nach dem Zaun schauen, ob die Rehe nicht etwas beschädigt oder heruntergeworfen haben. Das heisst, nochmals aufsteigen. Danach wieder hinunter. Undundund. Jetzt sind aber alle Kühe, Mesen und Rinder versorgt, nur noch die Kälber sind im Stall. Und auch sie kommen noch vor der Alpung nach draussen, dann ist der Stall ganz leer...

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